Sprachverlust und Spracherosion am Beispiel des Barossa-Deutschen (Australien)

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Claudia Maria Riehl

Abstract

Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit den Spracherosionsphänomenen einer sogenannten Reliktvarietät, dem Barossa-Deutschen, einer deutschsprachigen Enklave in Südaustralien. Dabei werden zunächst allgemeine Charakteristika einer Reliktvarietät vorgestellt und daran anschließend Reduktionsprozesse des deutschen Kasussystems bei 20 Sprechern dieser Varietät analysiert. Die Ergebnisse untermauern die Annahme, dass morphologische Strukturen nur in den Konstruktionen erhalten bleiben, die entweder im frühen Erwerbsprozess sehr stark verwurzelt waren (im Sinne von entrenched constructions) oder sehr häufig gebraucht wurden. Darüber hinaus zeigt sich, dass morphologische Markierungen besser bewahrt werden, wenn das schriftsprachliche System einer Sprache ebenfalls erworben wurde.

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